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Sonntag, 11. Oktober 2009

Porno für die Massen: Venus Berlin 2009



Am 15. bis 18. Oktober 2009 ist es wieder soweit. In Berlin am Messegelände unter dem Funkturm wird Nadja Abd El Farrag die 13.VENUS eröffnen und als diesjährige VENUS-Botschafterin repräsentative Aufgaben auf der weltweit größten internationalen Fachmesse für Erotik übernehmen. Man erwartet 800 Medienvertreter, 30.00 Konsumenten, 400 Aussteller,7.000 Facheinkäufer aus allen Teilen der Welt. Für Fachbesucher (die in der Erotikbranche arbeiten) ist bereits am 15.10 geöffnet. Porno für die Massen gibt es dann vom 16. bis 18.10 zum Eintrittspreis 30,- Euro (im Vorverkauf 25,- Euro) Dafür gibt es Stripshows nonstop, Erotik-Hefte und DVDs for free: All das wird Messebesuchern auf der VENUS geboten. Außerdem werden nicht nur die Trends, sondern auch die Stars der Branche präsentiert.



Das hört sich gut und innovativ an. Letztendlich ist es das leider nicht. Es werden immer wieder diesselben alten bis zum erbrechen abgenutzte Ideen vorgeführt. Der Branche mangelt es an Kreativität. Hier treffen sich die Macher um sich gegenseitig beim neuesten "Faustfick Anal Mega-Cumshot Event" , "Maschinen ficken reife Teenys" oder ähnlichem Blödsinn den man vorher schon Tausendfach gesehen hat, selbst zu beweihräuchern und schulterklopfend die tollen Messeumsätze zu erzählen.


Für die Foto und Video Fans ist die Messe aber sicherlich immer interessant. Nirgends findet man so viele Stars und Sternchen und tolle Motive wie auf der VENUS BERLIN. Auch der Umstand das es offiziell erlaubt ist, zu fotografieren und zu filmen (inzwischen bei anderen Messen durchaus nicht mehr selbstverständlich) trägt sicherlich zum Erfolg der Megaveranstaltung bei.



Kult ist auf jeden Fall die anschliessende VENUS-VIP-PARTY die wie jedes Jahr viele internationale Künstler, interessante Gäste der Erotik-Branche, eine ausgelassene Stimmung und natürlich tanzreiche Stunden mit der Musik von angesagten DJ’s verspricht. Allerdings schlagen die Extra-Ticket hier nochmal mit 50,- Euro zu buche.



Einzige wirkliche Innovation der Venus 2008: ALIEN DILDOS

Mehr Infos: http://www.venus-berlin.com/de/

Freitag, 9. Oktober 2009

Arse Electronica - Con fuer SciFi & Pornografie


Pornografie trifft Medien“ muss nicht immer „Deep Inside Jenna Jameson“ heißen. Das beweist die diesjährige „Arse Electronica“, die seit gestern in San Francisco stattfindet. Der Kongress befasst sich inhaltlich mit den Zusammenhängen von Pornografie und Science-Fiction.


Ob in Filmen oder TV-Sendungen, in Comics, Büchern oder im Internet: Science-Fiction kreiere nicht bloß fantastische Visionen der Zukunft, sondern schaffe vor allem eine Mustervorlage für die sexuelle Evolution, sagt Johannes Grenzfurther, Gründer der österreichischen Kunstgruppe monochrom. „Gute Science-Fiction liefert nicht nur Metaphern für das Jetzt, sondern sie sagt vor allem voraus, wie die Zukunft sein könnte, auch sexuell.“ Der Wiener hat, wie schon letztes Jahr, dutzende Sci-Fi-Autoren, Technikfreunde, Sexexperten und Trendforscher zur „Arse Electronica“ nach San Francisco geladen, um dort drei Tage lang über die Schnittfläche von Sex und Technologie zu diskutieren. Allerdings geht es nicht um gefühlsechte Gummipuppen oder noch stärker vibrierendes Sexspielzeug. Stattdessen lautet der Titel: „Do Androids Sleep with Electric Sheeps?“


Das Thema scheint abstrakt, ist aber nicht neu. Schon in Filmen wie „Blade Runner“ und „Barbarella“ wurde die Frage thematisiert, wie wir in Zukunft miteinander schlafen werden. In „Demolition Man“ muss Sylvester Stallone feststellen, dass fleischlicher Sex in der Zukunft durch Haarreifen und Händchenhalten ersetzt wurde. Und die Sexszene zwischen Carrie-Ann Moss und Keanu Reeves in „Matrix Reloaded“ war unbestritten sehr hübsch anzuschauen. Aber das sind ja bloß Filme.

Und außerdem: Sex mit einem Außerirdischen? Bitte? Nun gut, verbuchen wir den Gedanken mal unter Drake’scher Existenzgrübelei und lassen uns auf das Thema ein. Wer käme denn als sexueller Partner in Frage? Also, die haarige Lebensform ALF vom Planeten Melmak ist eher Typ „Bruder“. Und mit Brüdern hat man keinen Sex. Riesenkopf E.T. wirkt debil. Debile Menschen verlieben sich beim Sex immer – und dann hat man den Katzenjammer, muss Verständnis zeigen, aber gleichzeitig ehrlich sein und den One-Night-Außerirdischen kaltherzig abservieren. Der Mann der Tat aus der US-Serie „Heroes“, Hiro Nakamura, rettet zwar die Welt, ist aber unübersehbar asexuell. Und die Situation, wenn der Terminator zum Orgasmus kommt und ejakuliert, will man sich trotz sexueller Offenheit und Emanzipation ganz bestimmt nicht vorstellen. Vermutlich explodiert die Hautschicht im gesamten Genitalbereich und ein chromfarbener Strahl mit Zapfpistolendurchmesser spritzt aggressiv heraus.

Auch wenn es tatsächlich Studien gibt, die belegen, dass viele Frauen sich Sex mit Tentakel-Aliens wünschen – diese könnten sie an unzähligen Stellen gleichzeitig berühren –, sollte Johannes Grenzfurther doch lieber über gefühlsechte Gummipuppen diskutieren.

(Quelle: jetzt.de / Artikel: Julia Finger